Kersten Pfund

Alter
48 Jahre
Beruf
Hausmeister
Zur Person

Als wir vor vierzehn Jahren mit unseren damals drei kleinen Kindern ins WEC Missionshaus nach Eppstein kamen, hatten wir nicht im Sinn, länger im Taunus zu bleiben. Nach dem Kandidatenkurs fühlten wir uns von Gott nach Westafrika geführt. Unser Plan war es, in Gambia eine einheimische Sprache zu lernen und in einem handwerklichen Projekt Menschen für Jesus gewinnen.

Nach wenigen Monaten mussten wir unseren Einsatz in Gambia aus gesundheitlichen Gründen abbrechen und mit den Scherben unserer zerbrochenen Pläne im Gepäck kamen wir 2008 wieder im Missionshaus an. Sollte es das gewesen sein und nach jahrelanger Vorbereitung das Kapitel Mission beendet werden? Die Worte, die Gott zu Jeremia sprach (Jer. 18,5) trösteten mich: "Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so bist du in meiner Hand". Die Geduld und Leidenschaft, die der Töpfer in den Ton investiert, um aus misslungenen Gefäßen etwas ganz Neues, Schönes zu machen, sind ein wunderbares Bild dafür, wie Gott uns aufbauen will. – Im Missionshaus gab es schon eine Aufgabe für mich: die vier Häuser und das Gelände. Nach und nach, Stück für Stück wuchs ich in diese Aufgabe hinein.

In der praktischen Arbeit leite ich auch oft FSJler und Praktikanten an. Jeder ist verschieden und muss da abgeholt werden, wo er gerade steht. In meiner Jugend wurde ich selbst von älteren Geschwistern unterstützt und gefördert. Ohne ihr weites Herz würde ich heute wohl nicht in einem Missionswerk arbeiten. Ich möchte gern weitergeben, was ich selbst erfahren habe. "Du hast mir mehr zugetraut, als ich mir selber", war eine der schönsten Rückmeldungen, die ich von einem jungen Menschen bekam.

Es ist ein Privileg, auch immer wieder Missionare kennenzulernen und zu erfahren, wie Gott in ihnen und mit ihnen wirkt. Was mich wirklich motiviert: wenn ich mit der Arbeit meinen Teil dazu beitrage, dass Christen und Christinnen ihrer Berufung folgen und ihren Weg in die Mission finden.

Inzwischen leben wir mehr 12 Jahre im Missionshaus und unsere vier Kinder gehen alle zur Schule. Christsein so zu leben, dass die Kinder den Glauben als etwas Wertvolles erfahren und sie gern zur Gemeinde kommen, finde ich so herausfordernd wie wichtig.

Als wir in die Gemeinde kamen, empfanden wir es als sehr wohltuend und vertraut, dass man sich nach dem offiziellen Gottesdienst trifft, einander wahr nimmt und austauscht. Ich hoffe, dass wir das bald wieder praktizieren können. Ich glaube, dass Gemeinde der Ort ist, an dem wir uns gegenseitig im Glauben an den auferstandenen Christus ermutigen und herausfordern sollen. Nicht nur für uns selber - Jesus hat uns einen Auftrag gegeben.

Ich wünsche mir Gemeinde, die einladend ist und in der sich alle Generationen wiederfinden. – "Die örtliche Gemeinde als Hoffnung für die Welt"