Pfarrer Jürgen Seinwill

Alter
56 Jahre
Beruf
Pfarrer
Zur Person

In Niedernhausen teile ich mir seit Juni 2001 die pfarramtlichen Tätigkeiten mit meiner Frau. Neben den Etappen im Studium (Heidelberg, Tübingen, München), dem Vikariat in Steinheim am Main und Luzern/Schweiz, haben wir gemeinsam etwa acht Jahre lang in Usingen gewirkt. Während der Stationen meines Lebens ist mir das Dreifachgebot der Liebe: "Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst" als Orientierung in meinem Leben und als Leitfaden für die Gemeindearbeit immer wichtiger geworden.

Schon in meiner Jugend war ich intensiv meiner Kirchengemeinde verbunden. Ich spürte, dass es schön ist, sich in einer Gemeinschaft wohlzufühlen, und wie die Beziehung zu Gott mein Leben bereicherte und beeinflusste. Beides ist mir bis heute wichtig.

Spannend finde ich, mit einzelnen Menschen in Kontakt zu sein, ob in schönen oder schweren Lebensphasen, im Einzelgespräch, geistlichen Seminaren oder im Gespräch nach dem Gottesdienst. Manchmal steht die Seelsorge dabei im Mittelpunkt, manchmal die intensive Diskussion über ein Thema, das uns umtreibt. Gottesdienst zu feiern, sich von Gott bewegen zu lassen, zu singen und zu beten, da laufen für mich die Fäden der Kirchengemeinde zusammen. Den einzelnen Menschen stark machen für sein Leben und Engagement in der Familie, Beruf und Gesellschaft, inspiriert durch den Glauben - das ist Ziel meiner Berufung. Tief im Herzen auf Gott vertrauen, immer besser verstehen, um was es im Glauben geht und umsetzen, was Gott jedem einzelnen Menschen ans Herz legt. Wo immer ich das mitbekomme, bin ich glücklich.

Angeregt durch frühere Reisen und Studienaufenthalte in anderen Kulturkreisen, aber auch durch Beschäftigung mit gesellschaftlichen Fragestellungen, versuche ich die Verantwortung der Kirche am Ort und der Gesamtkirche zu sehen; Kirche, die hineinwirkt in persönliche, aber auch weltweite Lebenszusammenhänge. Unsere Geschwister im Kongo liegen mir sehr am Herzen: Gott vertraut uns eine Welt an. Nur wenn wir die Herausforderungen gemeinsam angehen, wird die Menschheit eine Zukunft haben. 

Rückzug finde ich besonders in unserem Gartengrundstück im Hinter-Taunus. Die Stille der Natur, die Pflanzen und Vögel, tun meiner Seele gut. Dazu ein gutes Buch - eher Sachbücher als Romane - ein Glas trockener Rotwein und am Abend ein Film. Auch unserer Zweisamkeit tun diese Pausen - bei uns ist es der freie Montag - gut. Mit geistlicher Musik - gesungen und mit Gitarre oder Cajon - und im Eintauchen in Gottes Wort, kommt meine Seele näher zu Gott.