Ein Buch und ein Film zum Kongo

Warum Sie dieses Buch nicht lesen und den Film nicht sehen sollten!

Meine Stimme für das Leben
Brunnen Verlag GmbH, 35398 Giessen (https://brunnen-verlag.de)

Manche Dinge auf der Welt sind zu grausam, um genauer hinzuschauen. Ich selbst vertrage besonders Bilder und Filmausschnitte über Grausamkeiten gar nicht. Sie graben sich so in mein Gedächtnis ein, dass ich sie über Jahre nicht mehr loswerde. Die Aufzeichnung der Friedensnobelpreisrede von Denis Mukwege ist schwer zu ertragen, ebenso geht es mir mit manchen Ausschnitten aus seiner Biografie. Ich schaue und lese dennoch Film und Buch.

Beides steht in direktem Zusammenhang mit uns als Kirchengemeinde, denn die Frauen, für die wir uns im Kongo engagieren, haben teils solche Scheußlichkeiten durchgemacht. Genau deshalb machen wir uns für sie stark. Es sind unsere Schwestern, die Unsägliches erlitten haben. Wir können ihnen auf die Beine helfen. Deshalb endet die Rede von Dr. Mukwege mit der Erzählung einer neu auferstandenen Frau. Das ist ein bisschen wie Ostern.

Im Glaubensleben machen wir es ganz ähnlich: Wir feiern Ostern, verschweigen aber Karfreitag nicht. Wir bleiben nicht am Kreuz stehen, sondern freuen uns am Ostermorgen über den Sieg Jesu über den Tod. Deshalb halten wir der Grausamkeit stand und ihr Bilder von strahlenden Frauen entgegen.

Zum Schluss noch ein Ausschnitt aus der letzten E-Mail aus dem Kongo:

"Da sehr viele Frauen den Wunsch geäußert haben, Auto fahren zu lernen, überlegen wir zur Zeit, wie wir im 2. Halbjahr 2019 eine entsprechende Ausbildung anbieten können. Aufgrund unserer Umfrage haben wir festgestellt, dass von 247 Männern, die im Gebiet Walungu Auto fahren, 83 eine einschlägige Ausbildung absolviert haben, während 164 lediglich über Fahrpraxis verfügen – unter all diesen Autofahrern ist keine einzige Frau. Wir geben unser Bestes, um ein Fahrzeug zu finden, das für die Ausbildung geeignet ist.“

Die Biografie von Denis Mukwege ist am Büchertisch erhältlich. Die Filmaufzeichnung seiner Friedensnobelpreis-Rede – übersetzt von Pierre Adrien – befindet sich hier auf der Homepage der Kirchengemeinde.

Ihr Pfarrer Jürgen Seinwill.

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Kongo-Projekt